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Die grössten Schweizer Hits

27 Nov

Autor: Rebecca - Kategorie: CH-Promis

Wieder einen Sonntag mehr hiess es am Abend: Nostalgie pur. Zum fünften Mal flimmerte die Sonntagabendkiste “Die grössten Schweizer Hits“ über die Mattscheiben der Nation. Schon im Vorfeld wurde uns versprochen, dass sich diese Sendung um Ohrwürmer drehen würde. In der Vorschau zu sehen waren unter anderem DJ Bobo und das Trio Eugster. Man durfte sich also erneut auf einige Hits freuen.

Zu Beginn der Sendung wurde das Publikum wieder von einem schick gestylten und sehr gut vorbereiteten Sven Epiney begrüsst. Gleich zu Beginn, dass man dann auch während der Sendung genügend Zeit hat es sich zu überlegen, wurden die 10 Songs vorgestellt, die als die Ohrenwürmer der Nation gelten. Gewählt im Sommer von einem breiten Publikum im Internet. Die meisten Songs überraschten nicht, aber was “Einmal so, einmal so“ einer Monique oder “Lift’U’Up“ der Gotthard auf dieser Liste verloren hatten, bleibt ein Rätsel.

Damit man auch über diesen oder jenen Song im Studio diskutieren kann, braucht es wieder die obligate Talkrunde, die letztes Mal durch die Abwesenheit von Francince Jordi etwas an Wichtigkeit verloren hatte. Francine Jordi erschien wie jeden Abend herausgeputzt und lächelnd. Beni Thurnheer dieses Mal ohne seine Lederjacke und Roman Kilchsperger sogleich mit einem Spruch auf den Lippen. Etwas fehl am Platz die Äusserung von Roman Kilchsperger zum Thema Fussball. Schliesslich handelt es sich bei dieser Sendung um eine Musiksendung und nicht um das Sportpanorama. Erneut wird auch eine weitere Anspielung platziert, dass sich Thurnheer, Jordi und Kilchsperger gemeinsam hinter der Bühne umziehen. Gemäss Kilchsperger traut sich Jordi immer mehr und öffnete dieses Mal die ersten vier Knöpfe ihrer Bluse im Beisein von Thurnheer und ihm. Im selben Atemzug sagt er auch, dass er sicherlich von vielen beneidet werde, aber er könne beruhigen, denn so speziell sei es nicht gewesen. Ein weiterer Seitenhieb von Kilchsperger und bei weitem nicht der letzte an diesem Abend. Epiney und Jordi mussten schon wieder den Redefluss von Thurnheer unterbrechen, denn dieser wollte erneut die Sendung etwas in die Länge ziehen. Kilchsperger angesprochen auf seinen Ohrwurm beschwert sich über die Handyklingeltöne und platziert in gekonnter Weise einen kleinen Werbespot für Francine Jordi. Auf die Frage was er dafür bekommen habe, antwortet Kilchsperger keck, er dürfe das nächste Mal mehr machen als nur die ersten drei Knöpfe.

Endlich die erste Hitbox. Die “Boss-Buben“ mit “Träumli“. Gleich zu Beginn ein singender Renzo Blumenthal mit dem Textblatt in der Hand, etwas, das man sich nicht unbedingt anhören müsste. Es folgt “Kalkutta liegt am Ganges“ und sogleich entbrennt eine Diskussion, ob Kalkutta nun wirklich nicht am Ganges liegt. Thurnheer fühlt sich bestätigt in seiner Theorie, dass Volkslieder eben meistens über keine sinnergebenden Texte verfügen. Jordi erzählt nach dem Einspieler von Che & Ray, dass sie als kleines Mädchen auf dem Klavier von Che gesessen hat, was gleich eine weitere Anspielung auf die Knöpfe ihrer Bluse nach sich zieht. Der erste musikalische Live-Act sind Polo Hofer, Ueli Schmetzer mit seiner “Matter-Live“ Band und Span mit einem Matter-Medley. Ueli Schmetzer, sonst besser bekannt als Mister Kassensturz, überrascht mit viel Groove und einer tollen Darbietung. Sehr flach kommen dafür alt Mundartrocker Polo Hofer und Span daher. In einer weiteren Hit-Box findet Tagesschausprecherin Katja Stauber erneut beim Anblick der Band China mit ihren langen Haaren, dass dieses noch echte Männer seien. Gemäss Kilchsperger beruhigend, denn auch Frauen hätten nicht das zu Hause wovon sie eigentlich träumten. Kilchsperger weiss jedoch auch gekonnt ein Kompliment zu platzieren. Er meint, dass Francine Jordi so schön sei, dass man zwei Mal hinschauen müsse um glauben zu können, dass sie wirklich so schön sei.

Bei all den bissigen Kommentaren und Seitenhieben gab es aber auch weitere Komplimente. Subzonic gaben zu das Trio Eugster als Vorbild gehabt zu haben. Zuvor aber ein ganz derber Seitenhieb von Roman Camenzind an Susanne Kunz, die mit Mühe und Note ein Lied mit gesummt hatte, damit es das Publikum erraten konnte. Camenzind betonte als Produzent mit Musik zu tun zu haben, aber was Kunz gemacht habe, könne man auf keinen Fall als solche bezeichnen. Bei der nächsten Hit-Box lästert Claudio Zuccolini über DJ Bobo, welcher dann nach ein paar Sekunden durchs Bild läuft und Zuccolini eine Zehnernote zusteckt. Danach kommt dieser aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Geht das so schnell einen Kritiker zu schmieren? Bei “One Life, One Soul“ gerät René Rindlisbacher ins Schwärmen und verkündet, dass Gotthard in jede gute CD-Sammlung gehöre. Endlich mal eine ernst gemeinte Aussage.

Ein Highlight der Sendung war sicherlich die Ehrung von Peter Reber mit Diamant. Überreicht wurde ihm diese Auszeichnung von seinem jahrelangen Bühnenpartner Marcel „Marc“ Dietrich aus den Zeiten von Peter, Sue & Marc. Marc hielt eine tolle Rede, aber danach schien er nicht mehr genau zu wissen was er tun soll, küsst zuerst Reber, dann dessen Tochter Nina und schlussendlich sogar Epiney. Gegen Schluss setzt sich DJ Bobo etwas schüchtern in die Talkrunde und brachte Thurnheer, Kilchsperger und Epiney zum tanzen. Ein weiteres Highlight sicher der Auftritt der Lovebugs. Die einzige Band, die an diesem Abend live performte. Dies zeigt, dass sie wirklich Vollblutmusiker sind. Schlussendlich eine grosse Überraschung, denn als Ohrwurm der Nation wurde Gotthard gewählt. Ein sehr überraschendes Ergebnis.

Alles in Allem war die Sendung nicht sehr unterhaltsam. Herr und Frau Schweizer sind sicher froh, wenn es nächsten Sonntag zum letzten Mal heisst: „Herzlich Willkommen bei den grössten Schweizer Hits.“ Dann wird sich auch zeigen, ob Epiney den Gölä überreden konnte den Schwan zu singen und welches Lied gegen “Alperose“ zu bestehen vermag. Die Idee zu so einer Sendereihe sicher keine schlechte, aber eine Sendung hätte es vielleicht auch getan.

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